Beschreibungen
Eigentlich hatte ich mir nach Fukushima nur vorgenommen mich an Protesten gegen Atomkraftwerke zu beteiligen. Dann wurde ich aber noch der Koordinator einer Aktion. Das Ganze war ziemlich aufregend für mich und auf Grund meiner Unerfahrenheit war die Vorbereitung auch nicht perfekt. Das Büro von Frau Merkel habe ich erst am Vormittag des Aktionstages informiert und die Anmeldung der Aktion bei der Stadtverwaltung habe ich ganz vergessen.
Dann kam noch am Montag der Beschluss der Bundesregierung bis 2022 aus der Atomenergie auszusteigen. So machte ich mich mit einem weiteren Mitstreiter auf den Weg von Kölzow nach Stralsund. Wir fragten uns, ob diese Aktion jetzt eigentlich noch sinnvoll ist und ob überhaupt noch jemand dazu kommen wird.
In Stralsund begann es dann auch noch zu regnen. Das wars dann wohl, dachte ich. Frau Merkels Büro als Ortsfremder zu finden, war nicht so einfach, da ihr Büroschild großzügig mit einem Werbeplakat überdeckt war. Dann standen wir aber doch noch 15 Minuten vor Aktionsbeginn vor ihrer Tür.
Niemand da. Zögerlich begannen wir die Plakate auszupacken und unseren vorbereiteten Stresstest mit 4 Schaumguss-Atomkraftwerken. Dann kamen aber nach und nach noch weitere Aktivisten dazu so dass wir am Ende doch noch eine Gruppe von 6 Personen wurden, die eifrig über den aktuellen Stand des Atomausstiegs diskutierten.
Alle Anwesenden waren froh darüber, dass diese Aktion statt fand. Adressen wurden ausgetauscht, um uns gegenseitig über weitere Aktionen zu informieren. Die meisten stimmten darin überein, dass weitere Aktionen notwendig sein werden, damit der Ausstieg auch wirklich umgesetzt wird. Das Vertrauen in die Politiker war jedenfalls bei den Anwesenden als eher gering einzuschätzen.
Mit dem mitgebrachten Stresstest konnten wir noch einmal sehr deutlich machen, dass Atomkraftwerke weder genügend sicher vor terroristischen Angriffen sind noch vor allgemeinen menschlichem Versagen. Das einzige, was uns vor der weiteren Gefahr schützen kann, ist ein Rückbau, der so schnell wie möglich durchgezogen wird und schon bis 2015 möglich ist. Wir konnten nachweisen, dass der Rückbau tatsächlich sehr schnell machbar ist, wenn man es nur will. Dieser Stresstest war natürlich ein Spaß für alle aber schon mit ernsten Hintergrund. Gerade der Stresstest führte dann auch zu einer kontroversen Diskussion.
Wir bekamen auch Besuch von der Polizei, die sich davon überzeugen konnte, dass wir vollkommen friedlich unsere Meinung kund taten. Offensichtlich gab es keinen Grund unsere kleine Gruppe polizeilich aufzulösen, worüber ich sehr froh war.
Wie wichtig und ernst Politiker uns Bürger nehmen zeigt vielleicht auch die Reaktion des Wahlkreisbüros von Frau Merkel. Es gab nämlich überhaupt keine. Schon erstaunlich, wenn Wähler ihres eigenen Wahlkreises so ignoriert werden.
Aus der Sicht aller Beteiligten war dies trotzdem eine erfolgreiche Aktion: Wir waren vor Ort! Wir haben deutlich gemacht, was wir wollen und unsere Forderungen übergeben (wenn auch nur dem Briefkasten). Und es war ein tolles Erlebnis der Solidarität, die gezeigt hat, dass man mit seiner Kritik nicht alleine ist.
Wir bleiben dran und werden weiter Druck machen!
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