Description
Am 01. Juni waren wir im Zuge der Campact Aktion „Bürgerlobby gegen Atomkraft“ im Wahlkreisbüro der CDU Jever um ein Gespräch mit MdB Hans-Werner Kammer (CDU) zu führen. Zur Verstärkung der ganzen Aktion haben wir über 150 Menschen auf zwei großen Plakaten abgebildet mitgenommen, welche auf den Fotos durch Plakate ihr Statement mitgaben.
Die Gespräche rund um Atomkraft dauerten 1 1/2 Stunden. Es kam nicht
dazu, dass Herr Kammer seinen vorbereiteten Vortrag halten konnte, vielmehr wurde er mit Fragen konfrontiert, die er nur unzureichend oder sogar falsch beantwortete.
Wir eröffneten das Gespräch mit der Frage an den Bundestagsabgeordneten, ob er dem geplanten Atomausstieg bis 2022 zustimmen wolle. Herr Kammer bejahte dies. Daraufhin drängte sich unsererseits die Frage auf welche Brückentechnologie ihm als die geeignet erscheint. Soll vermehrt auf Kohle gesetzt werden? Kammer sagte, Entgegenkommen suggerierend, dass für ihn Gas die Zukunft sei. Soweit in Ordnung. Doch war es für uns an dieser Stelle nun besonders von Interesse ob es Gesetze gebe die den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien im Sinne eines konkreten Entwicklungsplan vorschreiben, sodass sich nicht auf der endlichen Brückentechnologie Gas ausgeruht würde. Eine konkrete Antwort blieb der Abgeordnete uns Schuldig, denn sein Beharren darauf, dass es durchaus Regelungen gäbe überzeugte uns eher mäßig, da er für uns im Subkontext tatsächlich nur von Richtlinien, nicht etwa von Gesetzen sprach. Vertrauen darin fassen konnten wir nicht.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs ging es unter anderem um die Subventionierung des Atomstroms mit Steuergeldern und unserer anschließende Nachfrage ob diese nicht besser in den Ausbau zukunftsfähiger Energien investiert werden sollten. Die staatliche Subventionierung der Atomindustrie wurde von Herrn Kammer vehement abgestritten. Dies war für uns nicht nachzuvollziehen. Der Abgeordnete zeigte sich generell wenig offen, wenn nicht gar uninformiert, wenn es um spezifische Kritikpunkte ging. So sprachen wir an einer Stelle die Missstände in la hague an, wo täglich radioaktiv verseuchtes Wasser aus der Wiederaufbereitungsanlage ins Meer gelangt und welche auch von Deutschland beliefert wird. Herr Kammer meinte, nachdem er an dem Versuch scheiterte unsere Quellen als fragwürdig zu deklarieren, von Dergleichen nichts zu wissen.
Viele Antworten oder besser Entgegnungen des Bundestagsabgeordneten waren von ähnlicher Struktur und für uns in den meisten Fällen ungenügend.
Ein Konsens konnte den Erwartungen entsprechend nicht erreicht werden, jedoch werten wir dieses Gespräch trotz Allem als einen Erfolg, da wir uns einerseits in unserer Annahmen bestätigt sehen, dass die vorgefertigten Meinungen von dergleichen Politikern oft in der konkreten Beweisführung ihre Grenzen finden und sich lediglich mit ausgesuchten Realitäten decken und weiterhin erreicht werden konnte, dass Herr Kammer in aller Deutlichkeit sieht, dass er den Menschen nicht ohne Weiteres etwas vormachen kann.
| Credibility: |
 |
 |
0 |
|